Glossar

Als zur Bestellung von Grund- und Zusatzleistungen berechtigte Antragsteller gelten Eisenbahnverkehrsunternehmen sowie im Güterverkehr am Eisenbahntransport interessierte Unternehmen.

Die Unmöglichkeit, zwei oder mehrere sich gegenseitig behindernde Trassenanträge zuzuteilen.

Wichtige internationale Strecken, auf denen grenzüberschreitender Schienengüterverkehr abgewickelt wird.

Im Jahr 1996 beschloss die EU die Realisierung eines kohärenten, interoperablen Europäischen Verkehrsnetzes mit u.a. auch Bahnkorridoren und Korridoren für den kombinierten Verkehr. Für die Schweiz sind vor allem die beiden Güterverkehrskorridore Rhein-Alpen und Nordsee-Mittelmeer relevant. Die Bahnkorridore sollen mit dem einheitlichen Europäischen Zugssteuerungs- und -beeinflussungssystem ERTMS ausgerüstet werden.

Seit dem 9. November 2010 ist in der EU die Verordnung 913/2010 zur Schaffung eines europäischen Schienennetzes für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr in Kraft. Darin wurden zusätzliche Verfahren eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen den Infrastrukturbetreibern und Trassenvergabestellen bei der Zuweisung von grenzüberschreitenden Zugtrassen für Güterzüge zu intensivieren.

Verfahren zur Behebung eines Bestellkonflikts. Die Trassenvergabestelle und der betroffene Infrastrukturbetreiber suchen gemeinsam mit den am Konflikt beteiligten EVU nach zumutbaren alternativen Trassen.

Vertrag zwischen einem EVU (Eisenbahnverkehrsunternehmen) und einem Infrastrukturbetreiber. Der Infrastrukturbetreiber sichert dem EVU über eine Bestellperiode hinaus Kapazitäten zu, das EVU verspricht die Bestellung dieser Kapazitäten. Kapazitäten sind nicht genau definierte Trassen, sondern die Garantie, innerhalb einer zu vereinbarenden Bandbreite Trassenangebote zu erhalten.

Eine Trasse (ähnlich einem "Slot" in der Luftfahrt) ist die Berechtigung, eine bestimmte Strecke des Bahnnetzes zu fix definierten Zeiten mit einem spezifischen Zug (Länge, Gewicht, Profil, Geschwindigkeit) zu befahren.

Mit „Trassenantrag” werden die jeweils am 2. Montag im April für den Jahresfahrplan sowie die im unterjährigen Fahrplan durch Eisenbahnverkehrsunternehmen oder bestellberechtigte Dritte eingereichten Trassenanmeldungen bezeichnet.

Ab 2. Montag im Januar für das Folgejahr veröffentlichtes Angebot vorkonstruierter Trassen für den Güterverkehr auf den Nord-Süd-Achsen Gotthard und Lötschberg-Simplon als Bestellgrundlage für Trassenanträge.

Zum gleichen Zeitpunkt werden im Zusammenhang mit der Umsetzung der EU-Verordnung 913/2010 zudem spezielle, international harmonisierte und gegenüber anderweitiger Nutzung geschützte Katalogtrassen publiziert.

Zusatzleistungen sind von den Infrastrukturbetreibern angebotene Leistungen, die ein Verkehrsunternehmen zur Nutzung einer Trasse zusätzlich nachfragen kann. Beispiele sind das Abstellen von Zügen oder das Rangieren in Rangierbahnhöfen.